Sony Anschreiben für Vorbesteller

Warum Sony keinen Fuß im Flaggschiff-Kampf fassen kann

Schon mal auf den Kalender gesehen? Es ist Ende April. Und es gibt immer noch kein Xperia Z2 im Handel. Schlimmer noch: Es gab über lange Zeit hinweg nicht einmal ein Lebenszeichen, wann es denn überhaupt verfügbar wäre. Die Händler vertrösteten die Kunden, gaben im Falle von Vodafone und Elektronikmärkten (s. Areamobile-Artikel für zusammengefasste Info) Mitte April als möglichen Liefertermin an. Was natürlich nicht stimmte. Weit am Ziel vorbei geschossen, verfolgt man den Verlauf seit Ankündigung:

Sony stellte das Xperia Z2 mit entsprechend TamTam auf dem Mobile World Congress in Barcelona Ende Februar vor, und versprach Verfügbarkeit ab März 2014. Vorbestellungen konnten bereits ab 28. Februar getätigt werden. Ein Zug auf den bestimmt viele aufsprangen, gemessen an dem Hype, der um das Gerät entstand (und ich natürlich mit dabei!). Im März kamen dann erste Zweifel auf, ob Sony den Termin einhalten konnte, und schnell wurde klar, dass sie es nicht schaffen würden. Von offizieller Seite hieß es jedoch, dass alle Vorbesteller ihre Geräte noch im April erhalten würden.

Anscheinend hatte Sony nicht mit einem derartigen Run auf ihr neues Flaggschiff gerechnet, denn sie korrigierten schnell den Preis in ihrem eigenen Online-Shop nach oben: 679 € müssen mittlerweile für ein Gerät berappt werden, während Vorbesteller das Smartphone inklusive Sony Smartband SWR-10 (Kaufpreis 99 €) bereits für 599 € erwerben konnten. Neukunden, die diesen Preisumschwung mitbekommen hatten, wurden dadurch natürlich massiv abgeschreckt. Amazon hingegen listet das Gerät immer noch mit 599 €. Genau wie die Elektronik-Fachmärkte. Damit ist der Sony-eigene Shop natürlich als Quelle gänzlich unattraktiv, zudem wird sich Sony nicht leisten können, über längere Zeit das Gerät nur in ihrem Shop anzubieten. Verbreitung ist der einzig wichtige Schritt, nicht Exklusivität. Mal ganz davon abgesehen, dass der Online-Shop selbst das Gerät über eine Woche  als „ausverkauft“ tituliert hatte und keine Vorbestellung, sondern nur eine Benachrichtigung auf Verfügbarkeit zuließ.

Sony wird mich als Vorbesteller im April nicht mehr beglücken können. Am 25. April erhielt ich ein Schreiben, das mich auf den 6. Mai als Ausliefertermin vertröstete. Ich werde warten, aber Sony hat sich damit ein ziemlich faules Ei gelegt.

Der Grund ist offensichtlich: Alle bekannten Flaggschiffe für das erste Halbjahr 2014 sind bereits erhältlich! Das Samsung Galaxy S5, das HTC One M8, sogar das OnePlus One kann für ein paar Glückliche bereits erworben werden! Und für viele, die entweder einen Vertrag verlängern, einen neuen Vertrag abschließen oder einfach ein neues Gerät bar kaufen werden diese Optionen attraktiver gewesen sein, als Sony auszuwarten. Selbst die, die überlegt hatten, auf Sony umzusteigen, haben einen herben Dämpfer erlitten und werden vielleicht erst beim nächsten Mal einen Umstieg wagen.

Mittlerweile ist das Gerät in stark begrenzten Stückzahlen bei dubiosen Online-Händlern verfügbar, die mit teilweise überzogenen Preisen versuchen, das schnelle Geld zu machen. Übliche Vorgehensweisen. Auch der Sony-Store selbst listet mittlerweile das Gerät als „auf Lager“, um Ungeduldige teuer bezahlen zu lassen. Allerdings: Vorbesteller schauen weiter in die Röhre. Ein Gutschein für ein vergünstigtes Dock ist zwar besser als nichts, Kundenbindung und -freundlichkeit hätte man jedoch eher mit mehr Transparenz erreicht. Missmutige oder skeptische Vorbesteller hat man auf dem eingeschlagenen Weg jedoch mit Sicherheit verloren. So nicht, Sony!

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